Forschung rund um Mensch-Maschine Beziehung

Großer Erfolg für ein österreichisches Industriekonsortium mit Beteiligung von ABF – Industrielle Automation. Das Konsortium erhält den Zuschlag für das nationale Leitprojekt im Rahmen der Initiative „Produktion der Zukunft“ des Infrastrukturministeriums. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Technologien, die den Menschen in der Produktion sinnvoll unterstützen. In die Entwicklung der Systeme werden die MitarbeiterInnen der Unternehmenspartner aktiv eingebunden. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Professor Manfred Tscheligi (Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg bzw. vom Austrian Institute of Technology).

In dem Konsortium ist man überzeugt, dass Europa als Industriestandort nur dann reüssieren wird, wenn individualisierte Produkte zu marktfähigen Preisen erzeugt werden können. Die Produkte der Zukunft werden immer funktioneller und individueller. Auch Massenartikel werden künftig in Losgröße 1 produziert. Eine herkömmliche Produktion mit Massenfertigung bewältigt das aufgrund der fehlenden Flexibilität nicht.

Maschinen, die mitdenken, entscheiden über den Standort

Nur Assistenzsysteme mit kognitiven Eigenschaften schaffen diesen Spagat zwischen Masse und Individualität, Das bedeutet: „Maschinen, die mitdenken, und den Menschen dann entlasten, wenn es darauf ankommt, sind die Lösung.“ Die menschenleere Fabrik sei für Europa jedenfalls KEINE Vision mehr. Für eine Fabrik mit assistierenden Maschinen - die vom Menschen auch akzeptiert werden müssen - liegt allerdings noch viel Arbeit vor uns. Die Synergie von Mensch und Maschine ist das zentrale Thema für zukünftige Produktionsumgebungen. „Assistenz bedeutet das Eingehen auf spezielle Benutzungssituationen und dessen innovative Umsetzung“ betont Manfred Tscheligi in seiner Rolle als Wissenschaftlicher Projektleiter. „In dem Projekt werden dafür Assistenz-Units erforscht und entwickelt“.

MitarbeiterInnen müssen die Systeme akzeptieren

In dem Projekt werden mit den Partnerorganisationen modulare Einheiten mit spezifischen Assistenzfunktionen erforscht, die über den jeweiligen Use Case hinaus anderen Partnern bereitgestellt werden. In die Entwicklung der Lösungen werden die MitarbeiterInnen in den Unternehmen einbezogen. Assistenzsysteme nehmen den WerkerInnen einerseits monotone und belastende Arbeiten ab und helfen bei der Bewältigung der immer größer werdenden Variantenvielfalt. Andererseits muss vor der Implementierung klar evaluiert werden, wovor der Mensch berechtigt oder unberechtigt Angst hat und welche Art der Assistenz vom Menschen akzeptiert wird.

Hochkarätiges Konsortium lässt viel erwarten

ABF hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte begleitet. Das gegenwärtige Projekt ist zweifelsohne eine der bisher größten Herausforderungen. Das Konsortium mit der wissenschaftlichen Leitung durch ausgewiesene Experten im Bereich Mensch-Maschine Kommunikation und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen und facettenreichen Partnern decken ein breites Feld von Expertisen ab. Die Herausforderung ist groß, die Erwartungen dürfen es auch sein.

Ausschreibung: Produktion der Zukunft – 18.     Ausschreibung, Leitprojekt der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft)
Titel: MMAssist II - Assistenzsysteme in der Produktion im Kontext Mensch – Maschine Kooperation
Gesamtkosten: rund 6,25 Millionen Euro, Förderung ca. 4 Mio Euro