Forschung rund um Mensch-Maschine Beziehung

Ein großes österreichisches Konsortium, unter Beteiligung von ABF - Industrielle Automation, forscht die kommenden drei Jahre im nationalen Leitprojekt MMAssist II im Rahmen der Initiative „Produktion der Zukunft“ des Infrastrukturministeriums. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Technologien, die den Menschen in der Produktion sinnvoll unterstützen. In die Entwicklung der Systeme werden die MitarbeiterInnen der Unternehmenspartner aktiv eingebunden. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Professor Manfred Tscheligi (Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg bzw. vom Austrian Institute of Technology).

In dem Konsortium ist man überzeugt, dass Europa als Industriestandort nur dann reüssieren wird, wenn individualisierte Produkte zu marktfähigen Preisen erzeugt werden können. Die Produkte der Zukunft werden immer funktioneller und individueller. Auch Massenartikel werden künftig in Losgröße 1 produziert. Eine herkömmliche Produktion mit Massenfertigung bewältigt das aufgrund der fehlenden Flexibilität nicht. Der Bedarf an optimierter Unterstützung am Arbeitsplatz wird daher immer dringlicher. An dieser Stelle knüpft das Leitprojekt MMAssist II (Assistenzsysteme in der Produktion im Kontext Mensch- Maschine Kooperation) an und befasst sich mit der Entwicklung jener Technologien, die den Mitarbeiter in der Produktion sinnvoll assistieren.

Mensch-Maschine Kooperation als Zukunftsvision

Das Leitprojekt MMAssist II startete am 1. Mai 2017. Gemeinsames Ziel der 25 Projektpartner ist es, das Wesen und die Charakteristik von Assistenz im Produktionskontext grundlegend zu untersuchen. Grundsätzlich kann zwischen drei unterschiedlichen Arten von Assistenzsystemen unterschieden werden, darunter technische Assistenzsysteme in Form einer Mensch-Roboter Kollaboration. Visuelle Assistenzsysteme stellen hingegen in erster Linie Informationen in unterschiedlichen Darstellungsformen bereit. Digitale Assistenzsysteme beschreiben eine Interaktion mit dem Informationssystem und dem physischen Ablauf des Mitarbeiters in seinen Tätigkeitsausführungen. Im Projekt MMAssist II werden bis 2020 modulare und wiederverwendbare, digitale Assistenzsysteme für Mitarbeiter in produzierenden Firmen erforscht und implementiert. Anhand der Use Cases »Wartung und Instandsetzung«, »Rüsten und Mehrmaschinenbedienung« sowie »Montage« beleuchten die Projektpartner die grundsätzlichen Anforderungen an Assistenzsysteme aus technischer und sozioökonomischer Sicht. 

Basierend auf der Anforderungsanalyse werden sogenannte Assistenz-Units als modulare Grundbausteine erarbeitet. Die Bausteine können dann von den Benutzern in unterschiedlichen Anwendungskontexten eingesetzt werden. Je nach Anwendungsfall werden die Assistenz-Units maßgeschneidert mit einem Software-Framework zusammengestellt. Dabei kommen bei der Konfiguration verschiedene multimodale Input und Output Modalitäten zum Einsatz sowie Kontextgenerierungsmodule, die ebenfalls im Projekt entwickelt werden. Die Lösungen werden unter Einbeziehung von Mitarbeitern aus produzierenden Unternehmen entwickelt und in weiterer Folge unter realen Bedingungen evaluiert. Die Verringerung der Arbeitsbelastung durch entsprechende Unterstützungsfunktionalitäten digitaler Assistenzsystemen für Mitarbeiter wird dabei messbar gemacht. Ziel dabei ist vor allem, Ergebnisse zu generieren, die in echten Produktionsumgebungen und über das Projekt hinaus verwendbar sind.

Hochkarätiges Konsortium lässt viel erwarten

ABF hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte begleitet. Das gegenwärtige Projekt ist zweifelsohne eine der bisher größten Herausforderungen. Das Konsortium mit der wissenschaftlichen Leitung durch ausgewiesene Experten im Bereich Mensch-Maschine Kommunikation und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen und facettenreichen Partnern decken ein breites Feld von Expertisen ab. Die Herausforderung ist groß, die Erwartungen dürfen es auch sein.

Forschungspartner

Am Leitprojekt beteiligte Forschungspartner: Paris Lodron Universität Salzburg, Austrian Institute of Technology, Evolaris next level GmbH, Fraunhofer Austria Research GmbH, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H., Technische Universität Wien – Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik, VIRTUAL VEHICLE Research Center Unternehmenspartner: ABF Industrielle Automation GmbH, AVL List GmbH, Becom Electronics GmbH, BRPRotax GmbH & Co KG, DS AUTOMOTION GmbH, Fronius International GmbH, Geberit Produktions GmbH, Kapsch BusinessCom AG, plasmo Industrietechnik GmbH, RIC (Regionales Innovations Centrum) GmbH, Siemens Transformers Austria GmbH & Co KG, Tablet Solutions, Tieto Austria GmbH, TÜV AUSTRIA HOLDING AG, Wacker Neuson Beteiligungs GmbH, XiTrust Secure Technologies GmbH

Ausschreibung: Produktion der Zukunft –    18. Ausschreibung, Leitprojekt der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft)
Titel: MMAssist II - Assistenzsysteme in der Produktion im Kontext Mensch – Maschine Kooperation
Gesamtkosten: rund 6,25 Millionen Euro, Förderung ca. 4 Mio Euro